28.09.2010

Ein gelungener Tag für die Luft- und Raumfahrt

Die Luft- und Raumfahrt als Schrittmacher für die Innovationsfähigkeit Deutschlands

Unter dem Motto „Mittelstand: Innovationsmotor der Luft- und Raumfahrt“ fand der diesjährige Tag der Luft- und Raumfahrt am 22. September statt, dabei zum ersten Mal in NRW. Eingeladen hatte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) mit den Verbänden des BDLI-Regionalforums, ALROUND e.V. und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Hierzu waren 120 Branchenvertreter in das Forschungszentrum ‚caesar‘ nach Bonn gekommen.

Vor dem Hintergrund eines „dramatischen Fachkräftemangels“ forderte der Koordinator für die Luft- und Raumfahrt bei der Bundesregierung, Staatssekretär Peter Hintze, verstärkte Anstrengungen an Schulen und Hochschulen für die MINT-Fächer. Die hohe Abbrecherquote in den Studiengängen zur Luft- und Raumfahrt ist auf das schlechte Ausbildungsniveau der Abiturienten zurückzuführen, so Prof. Peter Dahmann. Da die Industrie hochqualifizierte Fachkräfte verlangt, versuchen die Hochschulen unter anderem mit praxisorientiertenen Tutorien gegenzusteuern.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Experten darin einig, dass die Entwicklung sowohl metallischer als auch nicht-metallischer Werkstoffe zukünftig eine größere Rolle für die Branche spielen wird. Die Entwicklung innovativer Produkte muss an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichtet sein, so ALROUND-Geschäftsführer Jens Janke.

Optimistisch äußerte sich Ministerialdirektor Detlef Selhausen, Abteilungsleiter für Rüstung beim Bundesministerium für Verteidigung, über Geschäftschancen für Zulieferer im Mittelstand. Trotz der Einsparungen seien keine durchschlagend negativen Auswirkungen zu erwarten. Neue Chancen bieten sich zudem im Satellitenbau, wie Dr. Fritz Merkle, Vorstand bei OHB-System AG, deutlich machte. Die OHB, die selbst über keine Fertigungskapazitäten verfügt, baut ihren einzigartigen Aufstieg zum dritt größten Satellitenhersteller in Europa auf ein Netzwerk verlässlicher Partner und Zulieferer auf. Sie konnte außerdem erreichen, dass der Satellitenbau als Weltraumgeschäft zumindest in Bremen von der Mehrwertsteuer befreit ist, wie Selhausen anerkennend hervorhob.