29.08.2013

Sind Deutschlands Unternehmen auf SEPA vorbereitet?

Quelle: HAUFE

SEPA verlangt umfangreiche Anpassungsmaßnahmen, die im Einzelfall mehrere Monate dauern können. Die geringe Zahl der bei der Bundesbank beantragten Gläubigeridentifikationsnummern, die für die Nutzung der SEPA- Lastschriften unentbehrlich sind, und eine aktuelle Umfrage von Haufe zeigen jedoch, dass die enorme Bedeutung von SEPA und der Anpassungsaufwand von vielen Unternehmen unterschätzt werden.

Bundesbank zeigt sich sehr besorgt über die schleppende SEPA-Umstellung der Unternehmen Experten veranschlagen den Aufwand für die Umstellung auf SEPA höher als beispielsweise für die Einführung des Euro. Dennoch wurden bis zum 18. Juni 2013 lediglich ca. 490.000 Gläubigeridentifikationsnummern vergeben. Es gibt laut Statistischem Bundesamt circa 3,6 Mio. Unternehmen und circa 600.000 eingetragene Vereine in Deutschland, die ebenfalls eine Gläubigeridentifikationsnummer beantragen müssen. Das heißt erst knapp über 11 Prozent derjenigen, die eine Gläubigeridentifikationsnummer brauchen, haben diese auch beantragt! (Quelle: Gemeinsame Pressekonferenz am 18. Juni 2013 mit der Deutschen Bundesbank, der Deutschen Kreditwirtschaft und dem Bundesverband der Verbraucherschützer zum Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum.)

SEPA – Unternehmen legen los, aber nur zögerlich

Bislang haben sich deutsche Unternehmen mit der Thematik nicht sehr intensiv beschäftigt, doch je näher der Umstellungstermin kommt, umso aktiver werden sie. Eine aktuelle Umfrage von Haufe mit dem Titel „Sind Deutschlands Unternehmen auf SEPA vorbereitet?“, an der 575 Unternehmen verschiedener Branchen teilnahmen, macht diese Entwicklung deutlich.

Auf die Frage „Wie weit ist das Unternehmen bei der Umsetzung von SEPA?“ antworteten 19,1 Prozent der Unternehmen, dass die SEPA-Umstellung bereits vorangeschritten sei. 6,5 Prozent gaben an, sie sei bereits abgeschlossen.

Zudem zeigt die Umfrage, dass sich mittlerweile immer mehr Befragte zumindest mit dem Thema SEPA auseinandersetzen. Die Abweichung beim aktuellen Stand der Vergabe der Gläubigeridentifikationsnummer zwischen Bundesbank/Bundesministerium und Haufe-Umfrage kommt insbesondere durch die unterschiedliche Datengrundlage zustande. Während die Datenbasis von Bundesbank/Bundesfinanzministerium alle Unternehmen/ Vereine in Deutschland enthält (Anteil der Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern kleiner 10 Prozent), ist bei der Haufe-Umfrage der prozentuale Anteil der Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern erheblich größer (circa 67 Prozent). Der höhere Anteil von größeren Unternehmen ist insbesondere auf die meist komplexere Umstellung der IT-Integration zurückzuführen.

Zugegeben, SEPA ist ein trockenes Thema, kann sich aber für viele Unternehmen zu einer Frage des Überlebens entwickeln. Denn durch fehlerhafte Zahlungsabwicklungen entstehen hohe Kosten und Liquiditätsengpässe. Im Extremfall können ab 1.2.2014 Forderungen gar nicht mehr eingezogen werden.

Unternehmen und gemeinnützige Organisationen müssen sich daher jetzt aktiv um die SEPA-Umstellung kümmern. Der mit der SEPA-Einführung verbundene zeitliche Aufwand – insbesondere bei großen Unternehmen und Lastschriftnutzern – wird oft unterschätzt.

Von der einfachen Aktualisierung der Briefköpfe bis hin zur komplexen Integration der SEPA-Lastschriftmandate in die Unternehmensprozesse sind zahlreiche Änderungen vorzunehmen.

Insbesondere die Anpassung der Softwarearchitektur erfordert einen ausreichenden Vorlauf. SEPA ist also ein sehr komplexes Thema und betrifft nicht nur die Finanzabteilung, sondern auch andere Unternehmensbereiche, wie die Kundenbetreuung und die IT.

Das zeigt auch die Umfrage von Haufe: Die Anpassung der IT-Systeme und die Einholung und Organisation der schriftlichen SEPA-Mandate wurden von den Unternehmen als größte Herausforderungen benannt.

Weitere Informationen

www.sepa-ratgeber.de