BEKLAS

- BEKLAS
Bessere Erkennbarkeit kleiner Luftfahrzeuge als Schutz vor Kollisionen
Das Projekt "Erkennbarkeit von Segelflugzeugen und kleinen motorisierten Luftfahrzeugen" (abgekürzt BEKLAS - Bessere Erkennbarkeit kleiner Luftfahrzeuge als Schutz vor Kollisionen) wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW initiiert. Zielsetzung des Projektes war, die aktuelle Situation in Bezug auf Kollisionsschutzmaßnahmen in der Luftfahrt zu analysieren. Aufbauend auf dem Ergebnis dieser Analyse wurden Strategien entworfen, wie das Risiko einer Kollision in der Luft weiter reduziert werden kann.
Nach einer umfangreichen Literaturrecherche wurde die menschliche Leistungsfähigkeit ("Human Factors"), unter Berücksichtigung der Erwartungshaltung auf die Sehleistung, mit betrachtet und neu bewertet. Eine Auswertung von Unfallberichten ermöglichte die Definition einzelner Gefährdungsschwerpunkte. Die derzeit eingesetzten Instrumente und technischen Verfahren zur Kollisionsvermeidung wurden im Rahmen der Studie ebenso analysiert und erklärt wie die flugbetrieblichen Verfahren.
Hier die Empfehlungen des Studienteams an das BMVBW (und alle Piloten):
- In bestimmten Gebieten (z.B. im Gebirge bzw. über Schnee) kann es sinnvoll sein, Flugzeuge durch Warnlackierungen bzw. Spiegelfolien zu kennzeichnen.
- Konstruktiv bedingte Sichteinschränkungen (durch nachgerüstete Instrumente, aber auch durch Sonnenblenden) sind zu vermeiden. Rückspiegel können helfen, die "Situational Awareness" zu verbessern.
Im Rahmen des Human Performance - Unterrichts müssen dem Piloten die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit, insbesondere des Sehsinns, dargestellt und dieses Wissen regelmäßig aufgefrischt werden. - In den nach JAR vorgeschriebenen Übungsflügen sollte auch die Fähigkeit des Piloten zur Luftraumbeobachtung trainiert werden.
- Mit Warnleuchten auf LED-Basis könnten auch kleine Luftfahrzeuge ohne Bordnetz besser sichtbar gemacht werden. Hier ist die Zulassung noch zu klären.
- NOTAMs sollten zur einfacheren Flugplanung vor einer interaktiven Landkarte ggf. im Internet abrufbar sein. Dieses Angebot sollte von der DFS aktuell gehalten werden.
- Autonome Warnsysteme auf optischer Basis sollten für die Allgemeine Luftfahrt entwickelt werden. Jedes Flugzeug, das mit einem solchen autonomen System ausgestattet ist, würde die eigene Flugsicherheit nachhaltig erhöhen, unabhängig von der technischen Ausstattung anderer Luftraumnutzer.
- Langfristig sollten alle Luftfahrzeuge mit Mode S - Transpondern ausgestattet werden. Hierzu ist ein Förderprogramm einzurichten.
TIS-B und ADS-B könnten auch in der Allgemeinen Luftfahrt zur Kollisionsvermeidung genutzt werden, wenn die technische Ausstattung der Luftfahrzeuge entsprechend flächendeckend verfügbar ist.