TRASTI
Eine "TRAinerStudIe" als Basis künftiger Entwicklungen
Zu Beginn der Neunziger zeigten viele ALROUND Mitglieder Interesse am Bau von Kleinflugzeugen. Ausgangslage war damals, dass der Markt für kleine Flugzeuge stark zurückgegangen war, obwohl der Bestand des weltweit fliegenden Geräts dieser Klasse unverändert groß war. Um diese Situation besser einschätzen und gegebenenfalls für unsere Kooperationsfirmen nutzen zu können, wurde mit der Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen eine "Marktuntersuchugn für einmotorige Trainings- und Reiseflugzeuge" unter dem Kürzel TRASTI für "TRAiner StudIe" durchgeführt. Neben den Reiseflugzeugen sollten ganz bewußt Schulungsflugzeuge betrachtet werden, mit denen alle Piloten ihre Ausbildung beginnen.
Die TRASTI-Studie hatte einen ambitionierten Ansatz. Alle wichtigen Faktoren aus dem Flugzeugprogramm wie zum Beispiel Bauvorschriften, Zulassung durch Behörden, Umweltfragen (Abgas/Lärm), verfügbare Technologien, Risikofaktoren und viele weitere mehr wurden einer Wertung unterzogen.
Zu den Ergebnissen der Studie
TRASTI bestätigte unsere Vermutung, dass im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt im Sektor einmotoriger 2- bis 4-sitziger Schul- und Reiseflugzeuge ein weltweiter Bedarf besteht. Ein Bedarf, der je nach Annahme mit 1000 bis 3900 auszuliefernder Flugzeuge pro Jahr ermittelt wurde. Voraussetzung für einen Erfolg am Markt wäre, dass die beim Betrieb des Flugzeugs entstehenden spezifischen Kosten (z.B. DM/Flugstunde) im Wesentlichen beibehalten werden, da höhere Kosten bei absehbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht akzeptiert würden. Diese Aussage gilt sowohl für die USA als größtem Markt der Allgemeinen Luftfahrt AL als auch für Europa als zweitgrößtem Markt.
Die Studie sieht die vorgenannten Stückzahlen "als erreichbar, wenn es gelingt, in einem diesen AL-Bereich betreffenden FuE-Programm bis zum Jahr 2000 ein neues Technologie-/Stückpreis-Verhältnis bei Flugzeugen der hier zur Diskussion stehenden Verwendung herbeizuführen analog dem Technologieprogramm der NASA in den USA". (hier muß dringend eine Erfolgsbilanz rein. Hat dies geklappt?)
Die Erkenntnisse der Studie verweisen auf folgende technischen Herausforderungen
- Entwicklung eines neuen Antriebs als dringlichstes Ziel unter Vermeidung der Verwendung von AVGAS und mit niedrigen Kraftstoffverbräuchen, deutlich verringerten Abgas- und Lärmwerten und Einhebelbedienung für Umwelt und Sicherheit
- Verringerung der Herstellungskosten für Flugzeugbauteile um 25 bis 40 % durch Modifikation der Herstellungsverfahren, strikte Anwendung der Entwurfsphilosophie "design-to-cost, Reduzierung der Entwicklungszeiträume auf ca. 2 Jahre
- erhöhter Insassenschutz u.a. durch Airbag, Strukturverbesserungen
- Adaption von Flugüberwachungs- und -führungssysteme: Einsatz von Bildschirmen /LCDs, flugphasenrelevante Informationsaufbereitung und -darstellung, GPS-Nutzung
- Einsatz von Simulatoren zur Ausbildung und In-Übungs-Haltung
- Entwurf einer kompletten Flugzeugfamilie: Modulbauweise bei Zelle, Antrieb und Ausrüstung
- reduzierte Betriebskosten als Ergebnis der Anwendung dieser Technologien